Leistungstuning

Für folgende Tuningmaßnahmen übernehme ich (GhostRider) natürlich keine Verantwortung! Wenn ihr euer Moped auf diese Weise tuned, ist es nicht mehr im Bereich der STVO zu führen und gehört einzig und allein auf die Rennstrecke! Desweiteren weise ich darauf hin, dann die meisten Tuningmaßnahmen die Haltbarkeit des Motors sowie anderer Teile heruntersetzen können!

Allgemeines zum Leistungstuning

Zuerst sollte man sich die Frage stellen, für was man das Tuning macht: Auf der einen Seite kannst du absolutes Leistungstuning betreiben, dass heißt, die Maschine auf möglichst viel PS bringen um eine hohe Endgeschwindigkeit und gute Beschleunigung zu bekommen. Andere wollen einfach nur den Sound etwas aufbessern aber nicht viel an der Maschine verändern. Dann musst du wissen, wie krass du die Maschine tunen willst. Nur ein leicht, etwas mehr oder nimmst du sogar umfangreiche Umbauten und Materialkosten in Kauf, um deine Maschine so in ein Geschoss zu verwandeln... Mehr Leistung heißt aber auch, höherer Materialverschleiß!

Grundvoraussetzung zum Tuning ist eine voll offene Maschine! Die Leistungssteigerung der Einzelnen Tuningmaßnahmen kann evtl. stark von mein Angabe abweichen. Die Leistungssteigerung ist immer auf eine Maschine bezogen die komplett getunt ist wo also alle Komponenten für Mehrleistung optimiert sind. Beispiel: ein offener Luftfilter an einer Serienmaschine bringt Euch eine minimale Leistungssteigerung. Wenn dieser hingegen an einer komplett getunten Maschine (Zylinder, Auspuff, Vergaser, usw.) montiert wird kann er eine Leistungssteigerung von ca. 10% bewirken. Ihr seht also das Angaben zur Leistungssteigerung sehr schwer zu treffen sind.

CDI optimieren

Die CDI Optimierung ist ganz einfach. Ihr baut zuerst mal die CDI aus. Dazu nehmt ihr einfach den Soziussitz runter, dann seht ihr ein kleines schwarzes Kästchen ca. 7x5 cm groß. Es ist mit zwei Schrauben festgemacht die ihr losdrehen müsst. Dann zieht ihr den Sechspolstecker raus und setzt euch mit der CDI gemütlich hin. Ihr dreht sie so das ihr die Seite seht die mit Silikon zu gemacht ist (es ist die, die nachgibt wenn man draufdrückt). Dann schneidet ihr in der Mitte ein Stück raus. Dort müsstet ihr ein Stück Glasfaserkabel finden, von dem ihr in der Mitte ca. 1 cm rausschneidet. Die Hauptarbeit ist jetzt schon getan. Jetzt kommt erst mal euer Silikon zum Einsatz. Ihr spritzt einfach ein Bisschen davon in den Schnitt den ihr gemacht habt und streicht es glatt. Wenn ihr wollt könnt ihr es noch mit der schwarzen Farbe anstreichen, das muss aber nicht sein ist nur damit es nicht so auffällt. Wenn ihr alles dicht habt baut ihr die CDI wieder ein, das heißt ihr steckt den Stecker wieder an, schraubt sie wieder fest und natürlich den Soziussitz nicht vergessen. Dann kann es losgehen Ansaugbereich Leichte Optimierung am Luftfilterkasten: Ansauggummi aus Luftfilterkastendeckel entfernen. -> größere Ansaugquerschnitt -> Luft kann direkt einströmen muss nicht erst durch den Ansauggummi strömen. Sound: Ansauggeräusch wird etwas dumpfer und minimal lauter. Mittlere Optimierung am Luftfilterkasten: Ansauggummi entfernen, Luftfiltermatte auswechseln gegen Spezialfiltermatte. -> Luft gelangt leichter in den Vergaser außerdem kann mehr Luft angesaugt werden. Empfohlen bei Verwendung eines Tuningauspuffs oder Tuningzylinders um die Leistung dieser Komponenten besser auszuschöpfen und die Gesamtleistung zu steigern. Leistung: ca. 1-3 PS. Sound: Maschine wird einiges lauter und ganz schön Dumpf. Hochleistungsoptimierung des Luftfilters: Kompletten Luftfilterkasten ausbauen und direkt am Vergaser einen "offenen K&N Luftfilter" anbauen. -> Luft kann direkt in Vergaser einströmen. -> keine Verwirbelungen durch Luftfilterkasten und keine langen Wege. -> Filter viel kleiner als der originale! Leistung: ca. 3-5 PS Sound: super Sound, sehr laut, sehr dumpf Eine andere Maßnahme die ich probeweise auf der RS125 ausprobierte war der Anbau einer eigens kreierten, geschlossenen Airbox, die dann an die Ram Airs angeschlossen wurde. Diese Box gefiel mir anfangs ganz gut, habe ich aber damals nie richtig dicht bekommen. Außerdem ist der Platz unterm Tank für eine ausgeprägte Airbox, wie ich sie nun für die RS250 gebaut habe, nicht ausreichend. Leistung bringt sie in der richtigen Konstruktion ganz bestimmt, da der kühlere Fahrtwind angesaugt wird. Ein weiteres Manko bei der RS sind die schlecht verarbeiteten Membranenblöcke, die ähnlich wie bei der RS 250 mit einer Gummierung überzogen sind. Diese löste sich an meiner RS schon bei ca. 15000km. Also habe ich sie entfernt, allerdings nur an den seitlichen Verstrebungen. Auf der Oberfläche, der Auflageseite der Reeds muss sie unbedingt bestehen und unbeschädigt bleiben, da die Membranen sonst nicht mehr dichten können! Zusätzlich empfiehlt sich im Ansaugtrakt die Unebenheiten mit einem Dremel zu glätten, denn diese verursachen erhebliche Verwirbelungen, die auch nur Leistung kosten. Dafür eignet sich aber auch schon eine kleine Feile, denn die Membranblöcke besitzen erhebliche Gratreste, die man entfernen sollte. An Membranen benutzte ich immer die Carbon-Racing Membranen aus dem Götz. Zugegeben, im Götz findet man in der Regel oft schlechte Teile, die Membranen waren allerdings sehr zufriedenstellend, hatten ein tolles Ansprechverhalten. Man sollte immer schauen eine möglichst geringe Dicke zu haben. Zwar passen viele Membranen von Moto-Crossern auf die RS 125, jedoch sind die Reeds so dick, dass sie doch für einen ganz anderen Einsatzbereich ausgelegt sind (siehe Membranen der RX125 Cross von Aprilia, gleicher Motor aber andere Reeds). Weiterhin ist bei einem ordentlichen Tuning der Anbau des 34mm Flachschieber DellOrto unumgehbar. Dazu wird allerdings ebenfalls der 34er Ansaugstutzen von Nöten, der serienmäßig nur an den Modellen bis Bj. 96 (06/97) verbaut ist. Ein anderer noch besserer Vergaser ist der Mikuni Flachschieber mit 35mm Durchlass, der auf der Mito Evo seinen Platz findet. Das ist auch der Grund warum die Mitos ein bisschen giftiger sind als die Aprilias. Zwar sind die Motoren in Ihrer Technik nahezu identisch, jedoch verhindert der Dell'Orto Vergaser an der Aprilia durch seine eher schlechte Geometrie eine höhere Spitzenleistung. Hier kann man nur zwei Vergaser empfehlen, wenn man die RS auf über 38 PS bekommen möchte. Den Mikuni mit mechanischem oder elektronischem Powerjet. Diese Vergaser müssen in dem Fall mit 38mm Durchlass montiert werden. Dazu werden dann allerdings entweder neue Ansaugstutzen fällig, oder man muss sich die eigenen so modifizieren, dass der Vergaser anstandslos passt. Die PowerJet Funktion bewirkt in diesem Falle ein genaues Einstellen des Vollastbereichs und kann ein Abmagern des Motors auf langen Geraden verhindern. Außerdem sind die Mikuni TMX/TM Vergaser so kurz konzipiert, dass sie einen extrem kurzen Ansaugkanal haben. Allerdings benötigt der Mikuni Powerjet ein flinkes Händchen zum Einstellen, der PowerJet ist immer schwieriger einzustellen als die konventionellen DellOrto Vergaser, wahrscheinlich aber Gewöhnungssache.

elektronischer Powerjet Mikuni und Dellortho VSBH 34

Vergaser müssen immer auf die Tuningmaßnahme angepasst werden. Der erzielte Leistungszuwachs ist immer abhängig von der Abstimmung der einzelnen Komponenten, z.B. bringt Euch ein 154ccm Polini nicht die optimale Leistung, wenn der Rest der Maschine komplett original ist. Es sollten immer alle Komponenten aufeinander abgestimmt sein! Vergaser: · für 125ccm empfehle ich nicht größer als 34mm AAAAAA · bis 160ccm empfehle ich nicht größer als 36mm Beispiel: Ein 39er wird mit einem 154er Polini gefahren. Er bringt zwar mehr Leistung als ein 34er oder 36er, jedoch verlagert sich der nutzbare Drehzahlbereiche (maximale PS und Drehmoment) weiter nach oben. Somit musst du die Kiste nur noch drehen und das macht kein Motor lange mit!

Kolben

Auch am Kolben ist bei der RS etwas Leistung versteckt. Vor allem die Modelle mit dem Rotax 123 Motor profitieren davon, weil diese bedingt durch den fehlenden Stützkanal, der erst ab dem Rotax 122 vorhanden ist, eine kürzere Einlasszeit haben. Diese kann mit Hilfe eines Fensters erheblich verlängert werden und bringt so auch Leistung. Dabei kann man 2cm unterhalb des zweiten Kolbenringes ein Fenster mit den Maßen 35x10 in den Kolben feilen. Dies hat auch den Vorteil, dass durch die daraus resultierende Kühlung des Kolbens eventuelle Klemmer durch Überhitzung vermieden werden. Auch hier empfehle ich zwecks längerer Haltbarkeit den Kolben Phasen zu lassen. An Kolben kann man den originalen nur empfehlen. Allerdings hat Aprilia diesen Kolben auf knapp 200,-€ ansteigen lassen. Die Vertex Kolben gibt es in verschiedenen Laufspielen und sie haben den Vorteil, dass sie eine Graphit-Beschichtung haben (außer der Ein-Ring Vertex Rennkolben). Diese wirkt sich sehr positiv auch das Einfahren aus. Außerdem kosten die Kolben nur die Hälfte des Originals. Nicht empfehlen dagegen kann man Wiseco-Kolben. Diese haben bei der RS 125 in Kennerkreisen einen schlechten Ruf, habe sie allerdings nie ausprobiert. Eine sehr sinnvolle Modifikation, welche man am Kolben vornehmen kann, ist das Einschneiden eines Fensters oberhalb des Kolbens und das Einfeilen der Kolbenfahne auf der Einlassseite. Speziell bei den RS125 ab 93-97 (Rotax 123) ist dies empfehlenswert, da diese noch die Zylinder ohne Stützkanal besitzen und somit keine so langen Einlasszeiten wie die Rotax 122. Außerdem hat das den Vorteil, dass Kolbenklemmer eher der Seltenheit angehören, weil der Kolbenboden durch das Fenster etwas Kühlung durch das frische Gemisch erhält und sich nicht so stark ausdehnt. Man kann diese Modifikation natürlich auch am 122er vornehmen, das brachte bei einem Bekannten von mir ca. 800 UPM mehr Enddrehzahl in Verbindung mit der 0,2mm Fußdichtung.

Zylinderbearbeitung

Tuningzylinder bis 190ccm gibt es für die RS von verschiedenen Marken (z.B. Figaroli oder Polini), doch man kann auch die Leistung durch Zylinderbearbeitung steigern: Durch das Abdrehen des Zylinderkopfes kann man bei der RS eine Steigerung der Leistung und des Drehmomentes über das gesamte Drehzahlband erreichen. Allein die resultierende Verdichtungserhöhung brachte meiner RS locker ein paar Pferdchen Mehrleistung ein (mein Kopf war um 1mm abgedreht). Man sollte beim Abdrehen oder Fräsen darauf achten, dass die Brennraumkonjunktur nicht all zu viel verändert wird (1mm ist eigentlich die Grenze). Allerdings macht das Abdrehen die Benutzung von hochwertigem Sprit (wie z.B. Shell V-Power) erforderlich, da der Kolben sehr hitzeempfindlich ist und schnell schmilzt auf der Auslassseite für den Fall klopfender Verbrennung. Auf der Rennstrecke im Dauereinsatz ist dann abhängig vom Quetschspalt eventuell der Einsatz von Avgas Pflicht. Außerdem muss nach dem Abdrehen oder Planen ein um das abgetragene Maß dickerer O-Ring um die Zündkerze eingesetzt werden (Dichtring für den Kühlkreislauf im sekundären Zylinderkopf), da der originale nicht mehr dichten kann. Wer dann noch auf der Suche nach Leistung ist, sollte sich mal dem Getriebepart der RS widmen. Ich habe an meiner RS die Ausgleichwelle außer Betrieb genommen, weil diese auch etwas Leistung frisst. Dazu braucht man nur das Zahnrad der Primärübersetzung auf der Welle abzubauen. Wer den Motor komplett zerlegt hat, entfernt die Welle natürlich ganz. Hat allerdings den Nachteil, dass die ansonsten tolle Laufruhe des Motors futsch ist. Nach der Außerbetriebnahme vibriert das Moped gewaltig, was es auch des öfteren nötig macht die Schrauben der Motorhalterung nachzuziehen, die sich durch die Vibrationen hin und wieder mal lösen können, Abhilfe bekommt man mit LocTite Schraubensicherung. Das Entfernen der Ausgleichwelle hat meiner Meinung nach keine weiteren negativen Auswirkungen wie öfters beschrieben... gerissene Motorblöcke usw. Meine RS lief ohne Ausgleichwelle ca. 16000km (mit einem Motor), mit dem anderen nochmals 7000km ohne Probleme. Das Entfernen beseitigt die unnötigen Kreiselkräfte der RS, ein besseres Einlenken wird möglich, außerdem dreht die RS spontaner hoch da sie weniger Maße zu beschleunigen hat. Wichtiger Hinweis! Wer so viele Modifikationen an der RS vornimmt, der sollte auch nur noch mit Gemisch fahren und die Ölpumpe ganz außer Betrieb nehmen. Denn die RS ist mit der von der Ölpumpe geförderten Ölmenge sowieso unterversorgt. Hat dann auch den Vorteil, dass man Rennöle wie Castrol a 747 oder auch Motul 800 fahren kann, die nicht getrennt sondern nur gemischt gefahren werden können, da sie zum Pumpen zu zäh sind. Um die Ölpumpe abzuklemmen reicht es, das Antriebsrad der Wasserpumpe, welches auf der Kupplungsseite auch den Antrieb der Ölpumpe gewährleistet, hohl zu bohren (mit 6mm Bohrer) und wieder auf den Mitnehmer der Pumpe zur Arretierung zu setzen. Danach kann man die Ölpumpe auch entfernen und die Öffnung mit einer Metallplatte verschließen. Wer sich diese Maßnahmen alle ersparen will, kann sich auch einen 154ccm Zylinder von Polini kaufen. Jedoch kann man dazu direkt sagen, das die Qualität des Rotax Zylinders um Welten besser ist. Der Polini hat eine qualitativ lange nicht so hochwertige Beschichtung wieder Rotax. Mittels Vergaser und Auspuff bekommt man die RS mit dem Zylinder auf ca. 38 PS. Hier noch eine Kurzanleitung zum Leistungsgewinn bei der RS 125: Arrow/Jolly Moto-Anlage 34mm (DellOrto) oder 35mm Vergaser (Mikuni) beschriebene Modifikationen im Ansaugtrakt, Polieren der Kanäle, Trennwände anschärfen. Verwendung der 0,2er Fußdichtung (Veränderung der Steuerzeiten und Quetschspalt) Abdrehen des Kopfes/Verdichtungserhöhung Luftfiltermodifikation beschriebene Kolbenmodifikationen Ausgleichwelle außer Betrieb nehmen P.S. Es genügt nicht, dass man mal einen 10er Schlüssel in der Hand hatte um diese Modifikationen sauber auszuführen! Bevor man Geld für derartige Tuningmaßnahmen ausgibt, sollte man erst daran denken, sich ordentliche Schutzkleidung, Stiefel und einen guten Helm zulegen sollte, denn sie verkürzen den Krankenhausaufenthalt wesentlich!

Losn raucha den Boog.....
 
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