Der Grund des Umbaus vom 125ccm 122er Rotax war für mich (GhostRider), der mangelnde Anzug im Bereich unter 8000 U/min. Also kam der Fresser bei mir relativ gelegen.
Jetzt also zum Umbau , angefangen beim Auseinandernehmen.
Das Ausbauen von Luftfilterkasten, Vergaser und Ansaugstutzen, Zündkerze sollte klar sein, das Abnehmen des Krümmer sollte ebenfalls kein Problem darstellen, auch wenn's teilweise Sissifusarbeit ist.
Ihr müsst also zunächst das Kühlwasser ablassen ( am besten den Schlauch, der rechts unten am Kühler montiert ist abmachen, und das Wasser in einen Eimer fließen lassen), damit euch nicht, beim Runternehmen des Zylinderkopfes die ganze Suppe entgegenkommt.
Dann den Schlauch, der vom Kühlsystem zum Zylinderkopf geht entfernen, damit der nicht auch noch stört. Um mehr Raum zum hantieren zu haben sollte auch die Batterie und das Kühlwassergefäß ausgebaut werden, und der Tank am besten auch ( da ja der Vergaser vorher ausgebaut wurde sollte dies kein Problem sein, nur die lange Schraube unterm Sitz lösen und Tank abnehmen.).
So, jetzt kommt der Drehmomentschlüssel zum Einsatz. Wenn ihr einen 122er Rotax als Herz eurer Maschine schlagen lasst, habt ihr ja am Zylinderkopfdeckel die Innensechskantschrauben, beim 123er Rotax sind Bolzen mit Muttern verbaut, die bekommt ihr mit einem 11er Schlüssel ab ( zur Not einen Hammer zu Rate ziehen oder den Schlüssel mit einem anderem verlängern (längerer Hebelweg) .
So, jetzt ist der Zylinderkopfdeckel ab, und ihr könnt euch den 4 Muttern widmen, die dort verbaut sind, wo der Zylinder auf das Motorgehäuse aufgeschraubt ist ( die seht ihr nur, wenn ihr den Motorblock wirklich gereinigt habt *g*). Die bekommt ihr genauso ab, wie alle anderen Muttern, nur sind sie halt etwas fester ( oben beschrieben wie man sie löst wenn sie zu fest sind).
Jetzt könnt ihr den Kolben vorsichtig vom Zylinder abziehen, ab jetzt müsst ihr darauf achten, dass nichts in die Kurbelwelle fällt, denn falls etwas reinfällt dürft ihr den gesamten Motorblock zerlegen! Also am besten einen Lappen nehmen, und damit alle Wege nach unten verschließen.
Jetzt steht also der Kolben allein auf dem Pleuel. Der Sicherungsclip im Kolben ( in der Mitte, gibt nur eine Stelle wo der Rotax ein Loch hat.....), am besten ihr setzt dabei eine Brille auf, denn der könnte euch ins Auge fliegen, wenn ihr es nicht mit eine Sicherungsringzange macht, bzw. er könnte in die Kurbelwelle fallen, deshalb noch mal den Lappen kontrollieren!
Wenn dann die Ringe entfernt sind, nehmt ihr am besten einen großen Schraubenzieher ( der genau auf das Kolbenrohr passt), und einen Hammer, mit dem ihr auf den Schraubenzieher haut ( SACHTE!!!).Ihr müsst nun vorsichtig die Kolbenstange herausschlagen, damit ihr den Kolben abnehmen könnt.
Jetzt, wo ihr mit dem Ausbau des Zylinders, und des Kolbens fertig seit, wäre es gut, wenn ihr das obere Pleuellager noch kontrolliert, bzw. austauscht. Des weiteren könnt ihr nun vorsichtig die Reste der Dichtungen entfernen ( mit einem Schaber oder Schraubenzieher), da ihr die eh nicht mehr gebrauchen könnt bzw. bei einem neuem Zylinderset sowieso einen Dichtsatz dazubekommt.
Am Zylinder sollte sich jetzt noch die Auslasssteuerung befinden, und das ist eins der größten Probleme der ganzen Geschichte, denn der Schieber ist meistens wirklich super fest verankert! Ihr könnt ja versuchen den Schieber per Hand rauszubekommen, aber das sollte wohl eher nicht gelingen. Daher empfehle ich: Zylinder in einen Topf mit Wasser geben, und das Wasser zum Kochen bringen, dann Handschuhe anziehen ( weil der Zylinder wird sauheiß sein!) und dann am besten mit einer Zange versuchen den Schieber raus zu bekommen. Falls das nicht funktioniert müsst ihr wohl zum Brenner Greifen und den Zylinder erwärmen, und dann den Schieber rausziehen. Aber vorsicht! Der Schieber geht unter Gewalteinwirkung sehr sehr schnell kaputt, und das kann sehr sehr teuer werden!!
Jetzt also zum Einbau des Polinikolbens bzw. -zylinders.
Im Prinzip müsst ihr jetzt alle Schritte rückwärts ausführen.
Soll also heißen ihr nehmt euch den Kolben, die Sicherungsringe und die Kolbenstange, setzt dann den Kolben auf das Pleuel und verankert ihn mit der Kolbenstange, und sichert diese dann mit den Sicherungsringen, die ihr mit der Sicherungsringzange einbaut, bzw. eben mit dem Schraubendreher oder einer kleinen, spitzen Zange, in der, für den Ring vorgesehenen Rinne justiert.
Jetzt nehmt ihr die Fußdichtung und packt diese Einfach an den Fuß des Zylinders bzw., an den Motorblock, wo der Zylinder dann aufsetzt.
Jetzt solltet ihr den Kolben und den Zylinder am besten mit Öl bestreichen ( ich hab Rhizinusöl bzw. mein Mischöl - Motul 600 - mit einem Pinsel aufgetragen.).
Nun müsst ihr drauf achten, dass die Kolbenringe in der vorgesehenen Nut / Nase sitzen, wenn nicht, dreht die Ringe einfach so lange bis sie dort sind.
Wenn ihr euch vergewissert habt, dass alles in bester Ordnung ist, könnt ihr den Zylinder ganz (gaaaanz!!!!!) vorsichtig auf den Kolben schieben. Spätestens bei den Kolbenringen müsste sich nun das nächste "Problem" auftun. Jetzt wäre es ganz vorteilhaft, wenn ihr eine Kolbenzange habt ( damit ihr die Kolbenringe zusammendrücken könnt). Falls nicht, müsst ihr die Kolbenringe per Hand zusammendrücken und den Zylinder vorsichtig weiter Richtung Motorblock schieben.
Wenn nun der Zylinder komplett auf dem Motorblock aufliegt, könnt ihr zunächst die 4 Muttern wieder auf die Stehbolzen schrauben.
Jetzt fehlt also nur noch der Schieber, der Brennraumdeckel und der Zylinderkopfdeckel.
Schieber sollte es eigentlich nicht zu Problemen kommen, denn den könnt ihr ja einfach in die Vorrichtung Schieben ( Dichtung nicht vergessen!).
Aber beim Brennraumdeckel wären wir bei einem weiterem Problem. Denn in den Zylinder vom Polini müssen italienische M7 - Feingewinde - Schrauben bzw. Stehbolzen, die aber im originalem Zylinder nicht verbaut sind ( dort sind es M6 Feingewinde Schrauben).
Wer sich ein wenig auskennt, weiß dass M7 Schrauben schon so gut wie gar nicht zu haben sind, und Feingewinde erstrecht nicht. Deshalb solltet ihr darauf achten, beim Kauf des Polini gleich ein Satz M7 Stehbolzen für den Brennraumdeckel ( sind 5 Stück + Muttern) mit zu bestellen, denn sonst könnte es schwierig werden an solche Seltenheiten ranzukommen.
Wenn ihr die Bolzen und Muttern habt, dann Schraubt die Stehbolzen in das Gewinde, dann den Brennraumdeckel rauflegen und die Muttern festziehen.
Jetzt wäre fast alles geschafft, vorrausgesetzt ihr habt darauf geachtet, dass die Stehbolzen wirklich richtig rum montiert sind ( andernfalls bekommt ihr den Zylinderkopfdeckel nämlich nicht drauf!).
Ihr müsst jetzt nur noch darauf achten, den Dichtungsring nicht zu vergessen, der die Kühlanlage abdichtet ( falls ihr den vergesst, läuft euch das Kühlwasser an der Zündkerze raus!), auch die Dichtung von Zylinder zu Zylinderkopfdeckel sollte nicht vergessen werden!
Jetzt müsst ihr lediglich die 4 Schrauben wieder mit Hilfe des Drehmomentschlüssels festziehen.
Das Drehmoment beträgt hierbei 22 N, ist also fast noch "handwarm".
Der Einbau des Zylinders wäre damit erledigt und ihr müsst nun nur noch den Rest erledigen, wie Krümmer ( da braucht ihr dann auch eine neue Dichtung, da die alte hinüber sein wird!), Ansaugstutzen ( Dichtung sollte beiliegen!) , Vergaser, Luftfilterkasten. Auch solltet ihr nicht vergessen die Auslasssteuerung mit dem Bowdenzug zu verbinden ( einfach einhängen).
So, Jetzt viel Spaß beim einfahren, und viel Spaß mit den knapp 38 PS, die der Motor wohl liefern sollte.

Losn raucha den Boog.....
 
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